General Custers letzte Frage: wo sind sie nur alle hergekommen, die Bugs?

Immer mehr Menschen kennen sie, die Apps auf Smartphones und Tablets. Und es werden immer mehr. General Custers letzte Frage kommt einem in den Sinn: „Wo sind sie alle nur hergekommen …?“ Und immer mehr Apps sind nicht nur Spielzeug, sondern wichtig für das Geschäftsleben. Manche enorm wichtig. Sie machen das Leben angenehmer und erzeugen eine inspirierende Beschwingtheit. Und dann passiert’s.

Im Grunde sind es Geschichten, wie sie jeder kennt:

  • Funktionen verschwinden beim Übergang von Mobile zu WLAN und vice versa, selbst wenn man das Handy zwischendurch ausgemacht hat. D.h. man wartet minutenlang und nichts passiert.
  • Handover auf der Autobahn: Apps bleiben hängen (d.h. sie frieren ein) oder stürzen einfach ab. Schade, wenn das mit einer Stauwarner-App passiert.
  • App-Nutzung in Gebieten mit wenig Bandbreite, oder dem Übergang von hoher nach niedriger Bandbreite: Wieder bleiben Apps hängen oder stürzen ab.
  • Man fährt mit seinem Smartphone in ein anderes europäisches Land und erlebt sein blaues Wunder.

All das sind Alltagserfahrungen, unabhängig vom Smartphone-Hersteller. Die Hoffnung auf Stabilität erweist sich als trügerisch. Und wieder könnte man and General Custers denken: diesmal in Bezug auf die Bugs. Diese Effekte treten auf bei Netzübergängen, hohem Datenverkehr, niedriger oder schwankender Bandbreite, unzuverlässigen Datenverbindungen, etc. Eigentlich etwas ganz Normales, was im Alltag ständig vorkommt, aber in einem klinisch reinen Standard-Testlabor mit WLAN oder USB-Kabel nicht verlässlich reproduzierbar gemacht werden kann. Bei kostenlosen oder sehr günstigen Apps drücken die Anwender vielleicht noch ein Auge zu, wenn die App versagt, bei höher-wertigen Diensten und Apps bezahlen die Firmenkunden jedoch gutes Geld und wollen dafür auch Leistung sehen, zu Recht. In Anbetracht der immer noch steigenden Verbreitung von Smartphones und der Abkehr von RIM hin zum iPhone und Android-Phones im Geschäftskundenumfeld ein aktuelles Thema. Die Internet-Wirtschaft boomt, d.h. Angebot und Nachfrage nach Business Apps wird auch weiterhin stark wachsen.

Das Dilemma bei der App-Entwicklung

Smartphone Apps werden in der Regel innerhalb weniger Monate entwickelt und landen dann als zertifizierte Software in den App Shops. Danach alle paar Monate ein Update. Prinzip „Eternal Beta“. Der Kostendruck ist enorm und die Innovationsrate hoch. Die App Shops scheinen in den Himmel zu wachsen. Und jetzt steckt man schon mitten im Dilemma:

  • Nützliche Software wie Apps haben eine notwendige Mindestkomplexität. Hier ist es mit vertretbarem Aufwand gar nicht möglich, alle Fehlerfälle abzudecken.
  • Dies gilt umso mehr, da Apps nicht im luftleeren Raum existieren, sondern komplexe Wechselwirkungen mit anderen Softwarekomponenten haben: Betriebssystemfunktionen, Kommunikationssysteme, etc. Hier treten viele Fehlerszenarien auf, die man als App-Entwickler gar nicht auf dem Radar haben kann, weil man nur das API benutzt, aber oft nicht die Interna hintern dem API kennt.
  • Viele Apps existieren nicht nur auf einer Plattform, sondern auf vielen. Selbst wenn die APIs hier gleich aussehen, kann das interne Verhalten ganz anders sein.
  • Eine weitere Komplexitätsebene kommt hinzu, wenn Plattformkomponenten wie Betriebssystem oder Kommunikationssystem ein neues Release bekommen, insbesondere dann, wenn es ein Major-Release ist.
  • Zuletzt: Betriebssysteme und Kommunikationssysteme können länderspezifische und marktspezifische Besonderheiten haben.

In Summe entsteht hier eine gigantische Möglichkeit zu Fehlverhalten zu kommen, das weit über den Scope des App-Entwicklers hinausgeht, und zwar wegen der Natur der Sache. Schließlich hat man auch nicht die praktische Möglichkeit, eine vollständige Abdeckung der Fehlerfälle zu erreichen, sondern man braucht sehr viel Erfahrung und eine Real-Life-Umgebung in der man Apps und Smartphones testet.

Aus diesen Gründen kommt es zu den Geschichten, wie sie jeder kennt. Und aus Frust kann aus „Eternal Beta“ über Nacht ein „Eternal Ladenhüter“ werden.

Genau an dieser Stelle setzen wir an. In unserem Mobilfunklabor in Nürnberg können Business Apps auf Herz und Nieren getestet werden. Und zwar unter Bedingungen, wie sie im wirklichen Leben vorherrschen, sowohl Indoor als auch Outdoor. Apps müssen nicht nur auf Useability, Stabilität, Fehlerfreiheit der Software, sondern auch auf Stabilität gegenüber Netzbedingungen getestet werden, denn die Mobilität ist ein wesentlicher Faktor einer App.

Aber was nützt das beste Labor ohne praktische Erfahrung? Telekommunikationssysteme sind komplex und aufwendig zu entwickeln, zu testen und in Betrieb zu nehmen. Wie schafft man es da, die Fehlerszenarien so zu optimieren, dass nichts Wesentliches mehr schiefgeht und gleichzeitig die Kosten im Rahmen bleiben? Auch der Betrieb hat seine Herausforderung: Technik und Business müssen verwaltet und in Einklang gebracht werden; neue Leistungsmerkmale, neue Major Releases, ja sogar ganz neue Netzteile kommen hinzu. Und wieder geht die Verifikation von vorne los. Natürlich müssen die alten Funktionen auch nach dem Einbringen der neuen noch genauso funktionieren. Wie stellt man das kostengünstig sicher? Die Kosten können hier sehr schnell explodieren, selbst dann, wenn man sehr „preiswerte“ Mitarbeiter zur Verfügung hat.

7 Responses to “General Custers letzte Frage: wo sind sie nur alle hergekommen, die Bugs?”


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