Posts Tagged 'Fräulein vom Amt'

Ideen für das Future Internet

Bernd Stahl-Votrag beim Innovationsforum von Harvey Nash:

Stellen Sie sich vor, es hätte bei Star Wars schon ein Facebook gegeben und der Kanzler Palpatine, Count Dooku, Jabba the Hut und andere Bösewichte wären miteinander befreundet gewesen. Da hätte Obi-Wan Kenobi sofort herausgefunden, wer hinter der großen Verschwörung steckte und das Ganze wäre geplatzt. Wir gehen in unserem Zukunftsszenario über Star Wars hinaus. Damals gab es noch kein Facebook, keine Suchmaschinen oder semantische Technologien. Es gab zwar R2D2, den bekommen wir aber auch bald.

Künftig wird man von der Kommunikation überhaupt nichts mehr sehen. Die Netzintelligenz kann man überall abrufen – völlig unabhängig von den Endgeräten. Man kommuniziert über Endgeräte, die eigentlich keine mehr sind. Ein Geschäftskunde sagt beispielsweise seiner Armbanduhr, dass er nach Brüssel reisen wolle zu einem möglichst günstigen Preis. Er nennt noch das Datum und die Ankunftszeit. Die Anfrage geht ins Netz rein, das System sucht sich die Reiseportale, schaut nach den Übernachtungsmöglichkeiten und recherchiert völlig eigenständig alle notwendigen Informationen. Zurück kommen die kompletten Reiseunterlagen. Der Geschäftskunde legt seine Armbanduhr auf den Tisch, es erscheint eine 3D-Ansicht und er braucht nur noch das für ihn Relevante auswählen. Man kommuniziert über Sprache mit anderen Systemen, Servern oder Menschen und am Ende kommt etwas zurück. Hier kommt das berühmte Fräulein vom Amt wieder – allerdings vollautomatisiert und virtuell.

Sprache wird eine Zukunft haben, aber anders als in der Vergangenheit. Alles wird gesteuert durch ein hochintelligentes Netz auf Basis semantischer Technologien und völlig neuen Geschäftsmodellen. Der Nutzer muss sich überhaupt keine Gedanken mehr machen über spezielle Endgeräte, die Auswahl von Diensten, das Netzwerk oder Serviceprovider. Er muss kein Ziel mehr eingeben über Telefonnummern, IP-Adressen oder Links. Alles das wird vom intelligenten semantischen Netz übernommen. Die Bedeutung der Anfrage wird automatisch in Einzelteile zerlegt, an unterschiedliche Ziele geschickt und zurück kommt der gewünschte Service oder das fertige Produkt. Dieses Szenario wird in den nächsten zehn Jahren realisiert. Höherwertige Netzinformationen werden eine viel größere Rolle spielen.

Das Bedeutungswissen des Menschen wird immer mehr von Maschinen abgebildet. Viele Mitspieler des Web 2.0 werden semantische Technologien bekommen – das gilt auch für die Endgeräte. Hier liegt eine riesige Chance für Startups. Suche, Social Communities, Robotik oder mobiles Internet erscheinen nicht mehr als Insellösungen. Es wächst alles zusammen. Selbst Roboter werden über das Internet miteinander kommunizieren. Dann sitzt ein R2D2 in Australien und sorgt für die Wartung meiner Solaranlage in der Sahara. Die großen Anbieter wie Google oder Facebook haben noch nicht die bahnbrechenden Ideen, wie das gehen könnte. Aber diese Entwicklung wird kommen, denn die neuen Technologien werden unser Leben einfacher, eleganter und effizienter machen. Hier ein paar Ausschnitte der Rede:

Links zum Thema:

European Future Internet Portal

The Future of the Internet

EU-Forschungsförderung: Future Internet meets Smart Grid?

Konvergenz und Digital Customer Experience

THESEUS-Forschungsprogramm


Twitter us

Enter your email address to follow this blog and receive notifications of new posts by email.

Schließe dich 23 Followern an

Am Besten bewertet

Juni 2017
M D M D F S S
« Feb    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Flickr Photos

The Falls Of Falloch / Eas Fallach

Red--necked Phalarope

Macro Monday 2017-06-25 (5D_32A9977-89)

Mehr Fotos

RSS Technology Review Blogs

  • Vogelperspektive Juni 26, 2017
    Josef Neubronner hatte weder Drohnen noch eine Digitalkamera für gestochen scharfe Bilder. Und doch nahm mit ihm die private Luftfotografie ihren Anfang.
  • Zu einem ungeheueren Wochenende verwandelt Juni 23, 2017
    Neuestes aus dem Technology-Review-Labor für Nanopoesie und angewandte Anekdotik.
  • Niedrig hängende Früchte Juni 22, 2017
    Ob es um Elektroautos, öffentlichen Verkehr oder Erneuerbaren Energien geht – immer wieder taucht das „Aber-was-ist-mit“-Argument auf.
  • Mit Sicherheit Juni 21, 2017
    Apple ist besorgt, um die Sicherheit meiner Daten. Und verführt mich deshalb zu ziemlich unsicherem Verhalten.
  • Keine schöne neue Welt Juni 20, 2017
    Das Wissen über die Beschaffenheit der Gene erlaubt es künftig vielleicht einmal, Krankheiten zu besiegen. Vorerst aber sollte jeder Mensch Herr über seine eigenen Daten bleiben dürfen.
  • Am Ende war der Apfel Juni 19, 2017
    Bereits die zweite Graphic Novel, die mir zu Alan Turing auf den Tisch kommt. Was hat dieses neue Werk zu bieten?
  • Rollendes und Robotereskes Juni 16, 2017
    In seinen Netztagebuch über "Spiel und Kunst mit Mechanik" zeigt Falk Keuten: Die Welt ist weit mehr als nur eine Kugel.
  • Den Speicherplatz nicht wert Juni 15, 2017
    Alle reden von "intermodalem Verkehr", also einer durchgängigen Verbindung verschiedener Verkehrmittel. Dabei schaffen es die Verkehrsverbünde nicht einmal, Nah- und Fernverkehr auf der Schiene zu verzahnen.
  • Wo bleibt der Fortschritt? Juni 14, 2017
    Künstliche Intelligenz, Petaflop-Computer, hochauflösende Satelliten – und trotzdem noch immer keine zuverlässige Wettervorhersage. Was stimmt nicht, mit diesem technischen Fortschritt?
  • Was uns das Blut zu sagen hat Juni 13, 2017
    Von einem, der auszog, ein Buch über das Blut schreiben, und einen Band über die Errungenschaften der Genetik und ihren Stellenwert für unser Leben vorlegte.