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Deutsches Smart Metering Konzept – Europäische Union gibt den Weg frei

Zaehler_labor

Das deutsche Konzept für intelligente Zähler – die Smart Meter – hat das EU-Notifizierungsverfahren passiert. Eine kurze Pressemeldung, wie viele, die täglich durch die Agenturen tickern. Doch sie gibt den Startschuss für ein sicheres Smart Metering in Deutschland.

Seit mehreren Jahren wird um die Sicherheit in Energieinformationsnetzen gerungen. Für den Bereich Smart Metering wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) Schutzprofile und Technische Richtlinien entwickelt. Diese fanden letztendlich Eingang im Entwurf der Messsystemverordnung. Recht kontroverse Diskussionen gingen dieser voraus. Was teilweise als Bremse für das Smart Metering angesehen wurde, zeigt letztendlich  aber die geforderte Nachhaltigkeit und gesamtsystemische Betrachtung. Sichere Systeme erhöhen das Vertrauen in die Technologie und die Akzeptanz der Nutzer. Diese schaffen die Grundlagen für langfristige Geschäftsmodelle.

Stefan Kapferer, Staatssekretär im BMWi, erklärt: “…der Entwurf schafft die technische und organisatorische Basis für den Einsatz von intelligenten Messsystemen für Strom und Gas…“

Der Abschluss des europäischen Notifizierungsverfahrens zu diesem Entwurf ist damit auch gleichzeitig die Basis diesen in nationales Recht umzusetzen. Auf dieser Basis öffnet sich der Weg hin zu technologischen Umwälzungen. Der Einsatz intelligenter Messsysteme bringt eine neue Stufe in der Verwendung aktueller IKT im Messwesen zum Ausdruck.  Die IKT wird als Bindeglied für die effiziente Nutzung energietechnischer Systeme gestärkt. Sie wird damit integraler Bestandteil der Informationsverarbeitung in Energienetzen.

Der Startschuss ist gefallen. Die Entwicklung intelligenter Energieinformationsnetze hat eine wichtige Hürde genommen. Smart Metering und Smart Grids werden uns in Zukunft selbstverständlich werden. Dabei ist die technologische Herausforderung für Hersteller und Betreiber ebenso interessant wie die sichere und komfortable Nutzung im Alltag.

Autor: Martina Dietschmann

Die Hauptthesen aus dem Video:

http://youtu.be/FQhU6gK1NNc

 

Die Netze müssen fit gemacht werden für Smart Grid. Das bedeutet konkret:

  • Neue Netzelemente müssen jederzeit hinzufügbar sein. Dazu ist es notwendig, dass diese neuen Netzelemente nicht nur den funktionalen Test gemäß Spezifikation bestehen, sondern auch im wirklichen Netz funktionieren, d.h. interoperabel sind. Es passiert einfach zu häufig, dass funktional als korrekt getestete Geräte im Wirknetz nicht mehr funktionieren und sogar den Betrieb anderen Netzelemente stören.
  • Lasttests sind ein weiteres Thema. Es ist einfach ein großer Unterschied, ob man ein Netz mit ein paar duzend Netzelementen hat, oder eines mit Zig-tausenden oder gar Millionen, oder noch mehr. Große Datenvolumen verändern das Verhalten des Netzes. Das muss man kennen bevor man online geht.
  • Schliesslich sind da die unerwarteten Fehlerfälle. Es reicht nicht aus, nur die erlaubten Use Cases zu testen (Sunny Day Scenarios) man muss auch die Fehlerfälle testen (Rainy Day Scenarios), um sicher zu stellen, dass das Netz stabil bleibt. Dabei gilt: es gibt viel mehr Rainy Day Scenarios als Sunny Day Scenarios.

Wer aus der Telekommunikation kommt, kennt diese Problematik schon lange. Ein weltweites, sehr robustes Netz wurde aufgebaut, mit ca. einer Milliarde Usern, zu vertretbaren Kosten. Hier die optimale Testabdeckung zu finden erfordert sehr viel Erfahrung. Es die nicht da, können die Kosten für die Verifikation des Netzes schnell explodieren.

Auf der E-World stellen wir eine Testumgebung vor, die genau auf diese Bedürfnisse eingeht: neben funktionalen Tests werden Interoperabilitäts-Tests unterstützt, Lasttests sind nahtlos skalierbar möglich, Fehlerfälle können similiert werden, andere Netzelemente können emuliert werden, um das „System Under Test“ einem realistischen Szenario zu unterziehen.

Es gibt für das Intelligente Netz schon Insellösungen mit großer Strahlkraft: z.B. Elektromobilität Region Stuttgart.

Ich sag mal

Interview mit der Energieexpertin Martina Dietschmann von Nash Technologies. Was müssen die Netz leisten, um die Energiewende zu bewerkstelligen? Welche Fehlerquellen müssen berücksichtigt werden, welche intelligenten Technologien werden gebraucht für einen sparsamen Umgang mit Energie. Alles das ist Thema der Energy World in Essen, die ich heute besucht habe.

Im intelligenten Netz verschmelzen zahlreiche neue Technologien mit der bestehenden Energie-Infrastruktur. Wind, Solar, Bioenergie – die dezentral aus ganz Deutschland Energie liefern – müssen mit der klassischen Energieerzeugung verwoben werden und in die sich verändernden Netze integriert werden. Die Steuerung des Smart Grids läuft über das Internet, was noch mehr Integrationsarbeit bedeutet. „Wir müssen dies von Anfang an beachten“, sagt Dietschmann und plädiert für einen branchenübergreifenden Dialog über die Standards und die Architektur des Netzes.

Ein Beispiel für die verschiedenen Komponenten, die im Smart Grid berücksichtigt werden müssen, sind die „Smart Meter Gateways“. In den Gateways werden die Energieverbrauchswerte von vielen…

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„Outbreak“ – keine Killer, aber genauso lautlos im Smart Metering

1995 kam Wolfgang Petersens Biowaffen-Thriller unter dem deutschen Nebentitel „lautlose Killer“ in die Kinos, der etwas vereinfacht darin gipfelt, wie mit einem hochansteckenden Virus umgegangen werden soll. Auf der einen Seite die Philanthropen auf der Suche nach dem Impfstoff, auf der anderen ein austickender US-General, der die besonders einfache und nachhaltige Lösung des noch lokalisierbaren Problems mit einer Aerosolbombe anordnet und am Ende des Films arrestiert wird.

Kein Happy End finden flächendeckende Virusinfektionen üblicherweise im Internet, auch ohne die Option mit der Bombe. Stichworte I Love You, Conficker, Melissa, Nimda, Sasser und viele mehr. Hat mit Smart Metering nichts zu tun? Oder doch? Die BSI-Architektur schreibt ein Smart Metering Gateway als Bindeglied mit Internet-Anschluß zwischen den Zählern zuhause und den Betreibern vor, das optional die Proxy-Funktion für intelligente Hausgeräte übernehmen soll. Auch die Nutzeranfragen über den persönlichen Verbrauch, mit dem Smart Metering dem Endkunden schmackhaft gemacht werden soll, sind von diesem Gateway zu beantworten.

Es verhält sich wie im vorne mit Iriserkennung und Fingerabdruck-Terminal gesicherten Rechenzentrum, in dem die hintere Tür zum Hof verkeilt wurde, damit der Paketbote eine erwartete Lieferung drinnen abstellen kann. Auch wenn das Gateway abgesehen vom sogenannten „Wake Up“ Dienst, mit dem das Gateway Verbindung zum legitimen Betreiber aufnimmt, keinerlei zugängliche Schnittstellen zum öffentlichen Internet exponiert – auf dessen „Rückseite“ soll es Verbindungsversuche aus dem intelligenten Zähler- und Heimnetz bearbeiten können. Gelingt es dem Hacker, solche Heimnetze zu kompromittieren, hat er den gewünschten Ausgangspunkt für den Angriff auf das Gateway. Um hundert Ecken gedacht? Man betrachte das klassische Szenario zur Kaperung von korporativen Netzen: Andocken, Eindringen in einen Rechner, Eskalation von Privilegien, Überspringen auf die anderen Rechner des Netzes. Intelligente Hausgeräte können, müssen aber nicht das Smart Metering Gateway als Brücke zum Internet verwenden – der Anschluß an den hauseigenen DSL-Router ist nicht nur denkbar, sondern für manche Geräte bereits heute Realität. Und letzterer ist nur scheinbar die unüberwindliche Festungsmauer zuhause (kleiner Test: haben Sie das Default-Passwort Ihres DSL-Routers geändert?).

Mehrere Faktoren arbeiten solch einem Szenario zu. Zuerst der Skalenfaktor – es wird nicht unendlich viele Kombinationen aus Gateway und Heimnetzendgeräten geben. D.h. wurde eine Kombination aus DSL-Router/Heimnetzgerät/Gateway „geknackt“, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dieses Muster mühelos – vom heimischen Schreibtisch aus – replizieren zu können. Weder vertiefte Branchenkenntnisse, die das böse Tun zumindest erschweren, noch schwer beschaffbare oder teure Hardware sind notwendige Voraussetzung für den Einstieg. Kunden und Betreiber freuen sich über niedrige Kosten für Endgeräte und Gateways – wenn nicht, werden sie diese zu erzwingen versuchen. Damit ist für Eigenentwicklungen von Betriebssystemen, die einen gewissen Schutz vor Gelegenheitsangreifern bieten, wenig Raum. Sog. „embedded“-Versionen von gängigen Betriebssystemen werden zum Einsatz kommen, die nicht über jeden Zweifel erhaben sind.

Das BSI deutet diese Problematik zwar an, führt sie aber nicht näher aus. Schade. Für die Betreiber. Denn im Fall der flächendeckenden Kompromittierung der Infrastruktur bleiben sie auf diesem Problem der sog. „Business Continuity“ sitzen. Was, wenn im Gateway plazierte Malware dazu führt, daß das Gateway keine oder nur noch manipulierte Verbindungen aufbaut? Datentechnisch ist das Gateway dem Betreiber entglitten. Auch heute schon kein Problem im Einzelfall, der Stoff für das TV-Vorabendprogramm liefert,  – aber ganze Flotten von Montagetrupps, die die gesamte Kundenbasis sequentiell zur Reparatur anfahren? Unrealistisches Szenario? Versuchen Sie doch einfach, sich gegen diesen Fall zu versichern. Wenn es das Problem nicht gibt, verlangt Ihre Versicherung gegen dieses Risiko 0 € Prämie. An dieser Stelle sei einfach die Behauptung aufgestellt, daß nach der Analyse durch den Rückversicherer die Prämie nicht 0 € betragen wird.

Lösungen sind denkbar, jedoch im Hinblick auf den regulatorischen Aspekt nicht trivial. Dies ist nur ein Grund, warum Blaupausen von Standard-IT Lösungen nicht helfen werden. Tiefgehende Analyse der Anforderungen im Hinblick auf denkbare Bedrohungen, sorgsame Auswahl der Lieferanten und vor allem erschöpfende Praxistests werden dem Betreiber der Smart Metering Infrastruktur nicht erspart bleiben.

Wolf-Dieter Wurst
Senior Systems Architect
Nash Technologies GmbH

Mehr Informationen:

Nash Technologies GmbH
Lorenzstraße 10
70435 Stuttgart
Bernd Stahl (zuständig für Pressearbeit)
E-Mail: bernd.stahl@nashtech.com
Fon: +49 711 33501 – 7573.

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E-World in Essen: Hausaufgaben für die Energiewende – Maßnahmen für Smart Grid Security

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Neue Nachrichten.

Essen/Nürnberg – IT-Sicherheit und Smart Grid gehören zu den Top-10-Trends des Jahres 2012, wie eine aktuelle Umfrage des Branchenverbandes BITKOM belegt. Was vielen jedoch noch nicht klar ist: Die beiden Trends sind im Grunde ein einziger – zusammengefasst unter dem Schlagwort Smart Grid Security. „Das intelligente Energienetz braucht ein Sicherheitskonzept. Sonst ist alles im Eimer, bevor es überhaupt entstanden ist“, sagt die Stuttgarter IT-Expertin Martina Dietschmann. Auf der E-World, die Anfang Februar in Essen stattfindet, könnte dies zum zentralen Thema werden.

Bei der Umfrage des BITKOM belegt IT-Sicherheit Platz 3 und das Thema Smart Grid/E-Energy Platz 9. Das Thema Smart Grid ist erstmals in den Top 10 vertreten, IT-Sicherheit hat im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent zugelegt. „Wir spüren die Verunsicherung der Energiewirtschaft beim Smart Grid. Die meisten Sorgen beziehen sich auf mögliche Ausfälle und auf Sicherheitslöcher. Beide Bedrohungsszenarien entstehen durch die vielen verschiedenen Komponenten, aus denen das Smart Grid entsteht“, sagt Dietschmann vom Netzwerkunternehmen Nash Technologies.

Denn im intelligenten Netz verschmelzen zahlreiche neue Technologien mit der bestehenden Energie-Infrastruktur. Wind, Solar, Bioenergie – die dezentral aus ganz Deutschland Energie liefern – müssen mit der klassischen Energieerzeugung verwoben werden und in die sich verändernden Netze integriert werden. Die Steuerung des Smart Grids läuft über das Internet, was noch mehr Integrationsarbeit bedeutet. „Wir müssen dies von Anfang an beachten“, sagt Dietschmann und plädiert für einen branchenübergreifenden Dialog über die Standards und die Architektur des Netzes.

Ein Beispiel für die verschiedenen Komponenten, die im Smart Grid berücksichtigt werden müssen, sind die „Smart Meter Gateways“. In den Gateways werden die Energieverbrauchswerte von vielen Anschlussnutzern, wie zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern oder großen Liegenschaften, erfasst, gesammelt und weitergeleitet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, hat dazu ein „Schutzprofil“ entworfen. Das sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Dietschmann: „Die Gateways sind ein Knotenpunkt von vielen, und sie alle müssen ordentlich gesichert sein.“ Auf der E-World zeigen die Stuttgarter Netzwerkspezialisten ihr „Smart Energy Testing Framework“ am Smart Energy Gemeinschaftsstand.

„Das Framework kann letztlich jeden beliebigen Knotenpunkt oder ganze Netzbereiche im Smart Grid simulieren oder emulieren. Wir testen die Schnittstellen, indem wir sie mit Datenpaketen beschießen und überprüfen so, ob sie auch unter sehr starker Belastung halten“, erläutert Dietschmann. Die Ausfallsicherheit des intelligenten Stromnetzes müsse letztlich mindestens so hoch liegen, wie beim Telefonnetz, nämlich bei einer Verfügbarkeit von 99,999 Prozent der Gesamtzeit – oder einer Ausfallzeit von maximal fünf Minuten im Jahr. Für ausgewählte Netzwerkelemente sind durchaus auch höhere Verfügbarkeiten zu erreichen.

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Zukunft des Smart Grid: „Die Energie- und die IKT-Branche gehören zusammen wie Muskeln und das Nervensystem“

Nürnberg, Bonn, 13.12.2011, www.ne-na.de – Alle sprechen vom Smart Grid– und doch versteht jede Branche etwas anderes unter dem intelligenten Energienetz der Zukunft, das die Energieerzeuger und -verbraucher vernetzen wird. Deutschlands größtes IKT-Projekt steckt noch in den Kinderschuhen: „Solange jede Branche nur auf ihre eigene Untertasse guckt, werden wir nicht zum Fliegen kommen“, kritisiert Martina Dietschmann vom Netzwerkspezialisten Nash Technologies. http://www.nashtech.com/

In die gleiche Kerbe haut der internationale Ingenieursverband IEEE-SA: Der Verband hat eine Richtlinie erstellt, wie die Kommunikation innerhalb des Smart Grids funktionieren sollte. „Wenn ich drei Stromanbieter frage, wie ich eine Solaranlage ans Netz anschließe, bekomme ich vier verschiedene Antworten. So bekommen wir nicht die `Economy of Scale´. Die Schnittstellen, die Protokolle, das Mapping müssen weltweit standardisiert werden“, sagt Direktoriumsmitglied Sam Sciacca in den VDI Nachrichten. http://www.vdi-nachrichten.com/artikel/Wir-brauchen-einen-globalen-Standard-fuer-die-Smart-Grid-Schnittstelle/56158/2

In Deutschland laufen zwar einzelne Pilotprojekte an wie auf der Nordsee-Insel Pellworm, wo das erste intelligente Stromnetz entstehen soll. http://www.vdi-nachrichten.com/artikel/Pellworm-wird-bald-zum-Smart-Grid-Labor/55901/2 Eine grundsätzliche, branchenübergreifende Debatte über die Standards und die Architektur des Smart Grids gibt es jedoch bisher kaum. „Die Telekommunikationsbranche und die Energie-Industrie leben in zwei völlig verschiedenen Welten. Wenn wir das neue Energienetz aber durch Kommunikationstechnologien steuern wollen, müssen wir es ganzheitlich betrachten“, sagt Dietschmann. Die Energiewende und damit der stetig wachsende Anteil dezentraler Energieeinspeisung in die Verteilnetze werde eine ähnlich disruptive Wirkung haben, wie sie die Telekommunikationsbranche in den vergangenen Jahren bereits erlebt hat.

An die Stelle weniger Versorger treten Millionen von Erzeuger, die per Solardach oder über kleine Windparks Energie einspeisen. Die fluktuierenden Energieträger – wie Wind und Solar – müssen nahezu in Echtzeit gesteuert werden. Wenn beispielsweise ein Windpark ausfällt, muss die nächstliegende Stadt über andere Kanäle sofort weiterversorgt werden. Zugleich werden die Bundesbürger über ihre Elektroautos deutschlandweit Strom von unterwegs abzapfen. Über Smart Grid-Konzepte und die zugehörigen Smart Meter werden neben völlig neuen Geschäftsmodellen auch völlig andere Messstandards entwickelt, prognostiziert die Expertin des Netzwerkausrüsters. „Ein Messstellenbetreiber, der seit Jahrzehnten für die Energiebranche die Hauszähler kontrolliert, hat dies in der Regel nicht im Blick.“ Und auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Energie-Branche habe noch Defizite: „Überspitzt gesagt darf das Internet nicht mehr nur eine Fußnote in der Starkstrom-Vorlesung sein. Die Branche sollte sich das hohe Innovationspotenzial der IKT-Branche zu Nutze machen.“ Umgekehrt müsse sich die Telekommunikationsbranche mit der spezifischen Situation in der Energiebranche auseinandersetzen. „Solardächer und kleinere Windparks laufen über das Mittel- und Niederspannungsnetz. Genau dieses Netz wird über intelligente Kommunikationstechnologien gesteuert werden.

Die Nürnberger Netzwerkspezialisten verstehen sich als Schnittstelle zwischen Energie- und IKT-Branche. Auf der e-World 2012 stellen sie einen „Demonstrator“ für ihr Smart Energy Testing Framework vor, welches die verschiedenen Protokollstandards unter einen Hut bringt. Eine Testumgebung simuliert die gesamte Kette vom Smart Meter-Gerät bis zur Plattform, auf der die Datenpakete gesammelt und weitergeschickt werden. Dabei ist die Testumgebung „Carrier Grade“ gestaltet – sie funktioniert also zu 99,999 Prozent zuverlässig. „Carrier Grade bedeutet, dass das System eine Ausfallwahrscheinlichkeit von maximal fünf Minuten pro Jahr hat“, erklärt Dietschmann. Diese Stabilität werde vor allem in den Mittelpunkt rücken, wenn in Deutschland nicht mehr Pilotprojekte im Fokus stünden, sondern eine deutschlandweites Smart Grid. Denn das neue System muss Last tragen – und darf nicht bei jeder Schwankung ins Stocken geraten oder gar zusammenbrechen. Nur ein derartig stabiles Kommunikationsnetz erfüllt damit alle zukünftigen Anforderungen, die ein schon heute hochverfügbares Energienetz in Zukunft von einem Smart Grid verlangt.

Für Dietschmann ist letzten Endes klar: „Die Energie- und die Telekommunikationsbranche gehören für die Smart Grid-Entwicklung zusammen – so wie beim Menschen das Muskeln und das Nervensystem.“ Wie stark die beiden Branchen zusammenwachsen wird sich auf der e-World zeigen.

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Eine Doppelhelix für die Energie der Zukunft

Interessant und erfrischend finde ich das kürzlich erschienene Buch „Mission Zukunft: ICT 2032“ von Knowledge@Detecon, s.a. www.detecon.com.

Insgesamt 45 spannende Thesen für den Weg ins Morgen, insbesondere etliche zur Energie der Zukunft, über die es sich wirklich lohnt nachzudenken.

Dezentralisierung der Energieproduktion

Die Notwendigkeit hin zu einer Dezentralisierung der Energieproduktion ist unverkennbar. Die Folge davon ist ein Smart Grid Ökosystem mit vielen lokalen virtuellen Marktplätzen. Viele neue Dienstleistungen werden sich an der integrierten Energie- und Informations-Wertschöpfungskette etablieren. Die Dezentralisierung bedeutet natürlich nicht, dass die großen Energieproduzenten verschwinden werden. Sie werden Teil eines diversifizierten Ökosystems verschiedenartigster Energieproduzenten und neu entstehende Aufgabenfelder besetzten, zu denen auch der nachhaltige Betrieb von großen Energiespeichern, Geothermiekraftwerken, weltraum-gestützten Solaranlagen und ähnlichem gehören wird.

ICT zwingend notwendig

ICT (Information and Communication Technology) ist zwingend notwendig für die intelligente, sekundengenaue und flächendeckende Steuerung von Schwarmstrom via Mobilfunk. Das Stromnetz, eng verwoben mit dem „Internet der Energie“ wird wie eine Art DNA-Doppelhelix das Rückgrat der intelligenten Energieversorgung werden. Diese Lebensader muss den hohen Anforderungen genügen, wie wir sie z.B. in der ICT-Welt unter dem Begriff „Carrier Grade“ kennen.

Carrier Grade meint zunächst einmal eine Verfügbarkeit von 99,999%, also höchstens 5 Minuten Ausfallzeit pro Jahr. Diese Eigenschaft muss durch das Netz als Ganzes sowie durch seine Einzelteile vorhanden sein, umfasst also alle Netzknoten und die Kommunikations-Protokolle zwischen diesen Knoten. Weitere Eigenschaften sind eine extreme Skalierbarkeit und sehr schnelle Reaktion auf Störungen: typischerweise in weniger als 50 Millisekunden. Schliesslich ergeben sich daraus nachhaltige Geschäftsmodelle für die Netzbetreiber und deren Kunden.

Viele neue Anwendungen entstehen gerade zum automatischen Management von Energie-Verbrauch und –Erzeugung, angefangen vom Haushalt bis zum Kraftwerk. Mobile Apps bilden die Benutzer-Schnittstelle.

Dezentralisierung der Energieproduktion führt zu einem dynamischen Energie-Markt. Strom wird via Energiebörsen und –banken in Echtzeit elektronisch gehandelt. Least Cost und Margin Optimisation Modelle werden sich entwickeln, die das dezentrale Erzeugen, Weiterleiten und Verbrauch von Energie in Schwung bringen. Dies sind Methoden, die sich in der ICT Welt seit anderthalb Jahrzehnten bewährt und die Marktliberalisierung des Telekommunikationsmarktes vorangetrieben haben.  Jeder Mitspieler, ob groß oder klein, international, national oder regional aktiv, bekam hiermit seine Chance seine jeweiligen Stärken zum Nutzen aller Kunden einzubringen

Links:

http://www.service-insiders.de/artikel-maschinen-und-anlagenbau/show/1003/Wie-Netzwerke-Politik-Wirtschaft-und-Energie-dezentralisieren

http://www.pressetext.com/de#news/20111015003

http://www.business-on.de/saarlorlux/social-media-digitale-revolution-jeremy-rifkin-_id12968.html

Bernd Stahl
Senior Systems Architect
Nash Technologies GmbH


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