Umsätze von Amazon in Deutschland – Ich hab da mal ne Frage …

Heute Morgen habe einen Artikel gelesen: Amazon: Der unterschätzte Handelsriese und die Rückständigkeit Deutschlands als Netzwerkökonomie. Eigentlich wollte ich das nur kurz re-bloggen … Aber dann fiel mir immer mehr dazu ein. Und WordPress hat beim Re-blog-Button nicht so viel Komfort wie ich mir das wünsche.

Amazon macht in Deutschland 6,4-6,7 Milliarden Euro Umsatz und übertrifft damit alle Erwartungen. Und das in einer Zeit, in der ganze Branchen hierzulande unter Druck stehen: Buchhandel, Zeitungen, Medien, Versandhandel. Vielleicht auch der Einzelhandel.

Amazon folgt einem einfachen Prinzip: digital geht vieles einfacher und besser. Die Beziehung zum Kunden, nicht mehr nur die Jungen. Die Angebot und Logistik sind hervorragend und haben eine mobile Schnittstelle via Smartphone. Selbst Umtausch und Garantie funktioniert digital.

Josef Schumpeter nannte das „kreative Zerstörung“. Heute nennt man das „Disruptive Innovation“. Hoppla, die Sprache hat gewechselt. Das ist ja Englisch! Wieso haben wir im Moment kein deutsches Wort dafür? Könnte es sein: eine Sprache kann nur solche Konzepte ausdrücken, die sie in ihrer Kultur auch versteht, sonst fehlen ihr einfach die Worte?

Laut Schumpeter ist diese kreative Zerstörung der Preis für Innovation, Fortschritt, Wohlstand und neue Arbeitsplätze. Wir reden gerne sonntags über Innovation, Fortschritt, Wohlstand und neue Arbeitsplätze, verschweigen aber den Preis, der während dem Rest der Woche zu bezahlen ist: kreative Zerstörung. Ohne das eine ist das andere nicht zu haben.

Es ist unmöglich, Arbeitsplätze festzuhalten, die sich überlebt haben. Ich rede als Betroffener. Es ist nicht leicht diesem Problem ins Auge zu sehen. Aber, ein Problem, dem man nicht ins Angesicht schaut, kann man auch nicht lösen. Es ist an der Zeit, Fragen zu stellen. Persönliche Fragen. Und um Antworten zu ringen. Sich neu fokussieren. Und dann transformieren. Nach dem ersten Schock kann das sogar richtig Spaß machen. Alles fängt an mit Fragen wie:

  • Wenn ich noch mal ganz von vorne anfangen könnte, was würde ich dann machen?
  • Mit dem, was ich gut kann?
  • Mit dem, was ich in der Tiefe verstehe?
  • Wie kann ich das transformieren?
  • Einfacher machen?
  • Angenehmer zu nutzen?
  • Mit anderem kombinieren, so wie es bisher noch keiner gemacht hat?
  • Wem könnte das richtig gut gefallen?
  • Wer sucht vielleicht schon lange nach so was?
  • Wer würde mir dabei helfen?
  • Wer würde für so was auch bezahlen?

Eine gute Frage ist immer besser als eine schlechte Antwort. Fragen haben Zukunft. Für Antworten kann die Vergangenheit schneller kommen, als erwartet.

Hätten wir mal lieber auf Schumpeter gehört. Vor ein paar Jahrzehnten. Und sofort angefangen richtig zu üben. Sehr wahrscheinlich wäre dann „kreative Zerstörung“ in die englische Sprache aufgenommen worden, so wie z.B. „Kindergarden“.

Autor: Bernd Stahl

1 Response to “Umsätze von Amazon in Deutschland – Ich hab da mal ne Frage …”



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