Social Media Dial Tone – Was ist denn das?

Mein Traum: ein „Social Media Dial Tone“ – ohne Mehrfachkonten bei Facebook, Twitter, G+, LinkedIn & Co. Ohne zusätzliche Balkon-Tools. Ein Access. Ein View. In alle Netze. Semantisch angereichert. Sozusagen unter der Haube. So wie früher beim Telefon. Wieso muss der Wildwuchs-Spaghetti der Entwickler dem User 1:1 zugemutet werden?

Ein Dial Tone beim Telefon ist nur ein Synonym für „ich kann jetzt telefonieren“, oder etwas genauer:

  • Einfacher Access zum weltweiten Telefonnetz, unabhängig wo mein Kommunikationspartner sich befindet und an welchem Operator er angeschlossen ist.
  • Auch die Directories (die Telefonbücher) sind global vernetzt. D.h. es ist egal, bei welchem Betreiber sich der gewünschte Kommunikationspartner befindet.
  • Der Ton stand auch für Carrier Grade: d.h. hoch verfügbar (5-7 neuner), definierte Services mit definierter Quality of Service.

Für den Internanschluss auf IP-Ebene gibt es mittlerweile auch so etwas wie einen Dial Tone: der DSL-Anschluss, SmartPhone, etc.

Bei Email funktioniert dieser „Dial Tone“ auch schon: es gibt viele Email Provider, die ihren Email Service auf ihrer Cloud ablaufen lassen, ebenso gibt es viele unterschiedliche Email-Clients. Null Problemo.

Was ist ein Social Media Dial Tone?

Die Zahl der Sozialen Netze steigt rasant an. Wenn man mitmachen möchte, muss man sich jeweils bei diesen sozialen Netzen anmelden, seine Profile und vor allem seine Netzwerke pflegen. Es gibt überhaupt keine Möglichkeit der Kommunikation zwischen diesen Sozialen Netzen. Darum bedeutet der Social Media Dial Tone folgendes:

  • Man muss nur noch bei einem Sozialen Netzwerk angemeldet sein. Man pflegt nur noch ein einziges Profil und vor allem nur noch ein Netzwerk. Und hat damit potentiell Kontakt in alle anderen sozialen Netzwerke hinein.
  • Durch die Vernetzung zwischen den Sozialen Netzwerken die hier mitmachen, hat man dann Zugriff auf alle diese Netzwerke. Man kann neue Freude finden, Links und Statusmeldungen teilen, Apps nutzen, etc. Alles über die Grenzen eines Sozialen Netzwerkes hinweg.
  • Welche Services kann ich nutzen? Nur die, die mir mein Social Media Provider zur Verfügung stellt. Das gilt selbst dann, wenn zusätzliche Services in anderen sozialen Netzen vorhanden sein sollten. Nicht anders war’s beim Telefon. Aber ich habe ja die Wahl, jederzeit den Social Media Provider zu wechseln …

Warum könnte sich so etwas entwickeln?

  • Immer mehr Firmen denken darüber nach, für ihre interne Kommunikation Social Media einzusetzen. Anstatt z.B. Email. D.h. Firmen bauen interne Social Networks auf. Die werden aber mit Sicherheit keinen öffentlichen Netze wie Facebook, etc. sein. Vertrauliche Information wird abgesichert und wird von den Firmen selber gehostet oder von einem lokalen Cloud-Anbieter. D.h. es entstehen viele Sozial Inselnetze mit – im Vergleich zu den „öffentlichen“ Social Networks – höherwertiger Information und auch viel mehr davon. Die Technologie kann die gleiche sein, die Netze selber haben aber klare Abgrenzungen. Partiell wird man sein Unternehmensnetz auch öffnen wollen: Partner, Kunden, Lieferanten. D.h. man muss Soziale Netze miteinander verknüpfen. Dazu müssen die entsprechenden APIs zugänglich gemacht werden. Das Ganze wird durch die Kosten getrieben, denn Unternehmen haben kein Interesse daran, ihrer Informationen mehrfach einzugeben, nur damit man in mehreren Netzen präsent ist. Die logische Konsequenz: eine sehr große Anzahl unabhängiger Social Networks.
  • Die Marktmacht weniger Großer Player und deren beginnende / fortschreitende Zensur bewirkt immer mehr Unbehagen: gelten die AGBs dieser Firmen oder nationales Recht? Die Lösung liegt in dezentralen miteinander konkurrierender Strukturen. Immer mehr Leute denken über sogenannte Mesh-Networks nach: http://www.freitag.de/kultur/1213-vor-und-nach-facebook. Es wäre eine Renaissance des ursprünglichen Internet Spirits, angewandt auf den bereits stark kommerzialisierten Application Layer. Will man das internationale Recht reformieren oder einfach anfangen dezentrale Strukturen zu schaffen?
  • Schließlich werden es auch einfache Rationalisierungsgründe sein. Soziale Mehrfachkonten sind einfach erhebliche Mehrarbeit. Wer das vereinfacht, präsentiert einen besseren Business Case.

Bis vor kurzem fand man noch nicht sehr viele Treffer zum Stichwort „Social Media Dial Tone“. Im wesentlichen waren es folgende Links:

Und jetzt fehlt nur noch eins: eine spannende Diskussion …

Bernd Stahl

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Nash Tech Fanpage

Twitter us

Fehler: Twitter hat nicht geantwortet. Bitte warte einige Minuten und aktualisiere dann diese Seite.

Enter your email address to follow this blog and receive notifications of new posts by email.

Schließe dich 23 Followern an

Am Besten bewertet

August 2012
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Flickr Photos

It was cold, but worth it . . .

Lofoten Weather

Zographus close

Mehr Fotos

RSS Technology Review Blogs

  • Vernetzlichkeit Februar 24, 2017
    Was würden Geheimdienste ohne die Fehlerhaftigkeit von Software und die Überkomplexität von Hardware tun?
  • Verzweifelungstat Februar 23, 2017
    Stuttgart stehen die Luftschadstoffe bis zum Hals. Der Bund könnte helfen, nörgelt aber lieber herum.
  • Klassiker in schöner, neuer Gestalt Februar 22, 2017
    Als eifriger Sammler und wissbegieriger Theologe begab sich Charles Darwin im Alter von nur 22 Jahren auf eine Expedition rund um die Welt.
  • Noch keine Therapie gegen die Glatze Februar 21, 2017
    Bisher kannten die Forscher nur rund acht Genvariationen, bei denen sie einen Zusammenhang zum erblichen Haarausfall vermuteten. Seit Kurzem weiß man von insgesamt 287 Sequenzen.
  • Am Arktis-Eis herumdoktern Februar 20, 2017
    Da Appelle, weniger Emissionen freizusetzen, scheinbar keine Wirkung haben, hat ein US-Wissenschaftler nun eine Klima-Rettungsidee aus der Rubrik "Far out" vorgestellt.
  • Themenmolekül: WIEVIEL kostet das Konferenz-Ticket? Februar 17, 2017
    Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit einr experimentellen Popcorn-Maschine, einem tödlichen historischen Irrtum und dem arabisch-amerikanischen Nationalmuseum.
  • Doppelbild-Studie Februar 16, 2017
    Die Hololens von Microsoft ist die erste wirkliche Mixed-Reality-Brille. Leider funktioniert sie noch nicht so, wie sie wirklich nützlich wäre.
  • #Hacked Februar 15, 2017
    Ein so genanntes News Game - ein Computerspiel rund um politische Nachrichten - soll die Nutzer für die Wirkung von Desinformation und Propaganda sensibilisieren. Aber die Wirklichkeit hat das Spiel längst überholt.
  • Wollen wir mit Masern leben? Februar 14, 2017
    Ein Schutz vor möglichen Gefahren gilt für viele als erstrebenswert. Geht es aber um das Impfen gegen Infektionskrankheiten wie Masern, werden ganz unterschiedliche Argumente angeführt.
  • Kochen in neuer Spielart Februar 13, 2017
    Die erste Kochbox von Hello Fresh landete kürzlich in meiner Küche. Was der Dienst mit seiner Idee von gelieferten Kochzutaten leisten kann, konnte ich damit erstmals selbst testen.

%d Bloggern gefällt das: