Cloud außerhalb von Deutschland „gefühlt unsicherer“?

Das Cloud-Computing hat sich zu einem Milliarden-Markt entwickelt; daher ist es nicht verwunderlich, dass es inzwischen sehr viele Anbieter von Cloud-Lösungen gibt. Somit stellte sich für uns die Frage, ob man sich bei einer Suche nach Anbietern von Cloud-Lösung, z.B. für eine Email-Archierung, ausschliesslich auf deutsche Anbieter konzentriert oder ob man sich auch „weltweite“ Anbieter evaluiert.

Noch bevor wir uns die einzelnen Cloud-Anbieter genauer anschauten, gab es eine „gefühlte Unsicherheit“ bzgl. nicht in Deutschland beheimateter Anbieter. Argumente gab es  in Bezug auf

  1. Unsicherheit bzgl. eines schlechteren Datenschutzes in anderen Ländern
  2. Unsicherheit bzgl. wer beim Provider (und aus welchem Land) was einsehen kann
  3. Einsichtnahme von Dritten (Organisationen, …)

Zum ersten Punkt: Es ist sicher richtig, dass der Datenschutz in verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt ist und in Deutschland im internationalen Vergleich ein hohes Niveau bzgl. Datenschutz herrscht. Daher muss man versuchen, die in Deutschland geltenden Bestimmungen in Einklang zu bringen mit den Regelungen, die ein Cloud-Provider bietet. Als hilfreich dafür habe ich das BSI Dokument „Sicherheitsempfehlungen für Cloud Computing Anbieter“ empfunden.

Zum zweiten Punkt:  „wer arbeitet beim Provider ggf. remote von wo aus“  kann man als potentieller Kunde kaum festlegen, geschweige denn kontrollieren. D.h. die Anfragen greifen stark in das Geschäftsmodell des Providers ein und sind auch beim Provider ggf.  Subject-to-change. Diese Art der Bedrohung werden bei allen Providern vorhanden sein. Unterschiede mag es nur in der „Dimension“ der „gefühlten Unsicherheit“ geben. Eine Evaluierung oder gar objektive Bewertung ist aus meiner Sicht kaum möglich.

Zum dritten Punkt: dieser Punkt zielt auf Organisationen und Geheimdienste der verschiedenen Länder. Bei Anbietern z.B. aus den USA ist auf Grund des US Antiterrorgesetzes „Patriot Act“ geregelt, dass US-Behörden auf diese Daten zugreifen können. Bzgl. Geheimdienste und Wirtschaftskriminalität: das ist ein endloses Thema. Hingegen ist man in keinem Land der Welt sicher vor den Geheimdiensten.

Zusammenfassend  gesehen sollte man sich, trotz einer „gefühlten Unsicherheit“, bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters nicht nur auf deutsche Anbieter zu beschränkten, sondern auch Anbieter aus Europa mit in Betracht ziehen.

Lars Willer
Leiter IT
Nash Technologies GmbH

Mehr Informationen:

Nash Technologies GmbH
Lorenzstraße 10
70435 Stuttgart
Bernd Stahl (zuständig für Pressearbeit)
E-Mail: bernd.stahl@nashtech.com
Fon: +49 711 33501 – 7573.

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3 Responses to “Cloud außerhalb von Deutschland „gefühlt unsicherer“?”


  1. 2 Wolf-Dieter Wurst Januar 17, 2012 um 13:24

    Das EU-Datenschutzrecht, von dem das deutsche abgeleitet wurde, ist äußerst restriktiv, was Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Daten angeht. Die Schwelle, was als „personenbezogene“ Datum zu betrachten ist, liegt niedrig – bereits ein gewöhnliches Telefonbuch, dem man als Laie keine besondere Schutzwürdigkeit zugemessen hätte, fällt darunter. Die Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Daten von Einwohnern der EU außerhalb der EU ist schlicht verboten. Ausnahme sind Länder, die ein vergleichbar hohes GESETZLICHES Datenschutzniveau haben (meines Wissens nur Argentinien) und die USA, sofern der dortige datenverarbeitende Geschäftspartner die Zustimmung zum „Safe Harbor Statement“ beim dortigen Handelsministerium hinterlegt hat.

    Die Heimat des Cloud-Anbieters dürfte nicht die Hauptrolle spielen – ein „urdeutsches“ Angebot hilft nicht, wenn deren Rechenzentrum in der Mongolei steht.

    Die Bedrohung durch Spionage ist real – die VR China ist da wenigstens ehrlich, indem sie Verschlüsselung nur zulässt, sofern der Schlüssel beim dortigen Innenministerium hinterlegt wird. Einem High-Tech Unternehmen rate ich zur äußersten Vorsicht, was Auslagerung von Geschäftsdaten rund um den Globus angeht.


  1. 1 Wenn Unternehmen in der Cloud verschwinden – Über Trends der Netzwerk-Ökonomie | Ich sag mal Trackback zu Januar 6, 2014 um 15:59

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