Eine Doppelhelix für die Energie der Zukunft

Interessant und erfrischend finde ich das kürzlich erschienene Buch „Mission Zukunft: ICT 2032“ von Knowledge@Detecon, s.a. www.detecon.com.

Insgesamt 45 spannende Thesen für den Weg ins Morgen, insbesondere etliche zur Energie der Zukunft, über die es sich wirklich lohnt nachzudenken.

Dezentralisierung der Energieproduktion

Die Notwendigkeit hin zu einer Dezentralisierung der Energieproduktion ist unverkennbar. Die Folge davon ist ein Smart Grid Ökosystem mit vielen lokalen virtuellen Marktplätzen. Viele neue Dienstleistungen werden sich an der integrierten Energie- und Informations-Wertschöpfungskette etablieren. Die Dezentralisierung bedeutet natürlich nicht, dass die großen Energieproduzenten verschwinden werden. Sie werden Teil eines diversifizierten Ökosystems verschiedenartigster Energieproduzenten und neu entstehende Aufgabenfelder besetzten, zu denen auch der nachhaltige Betrieb von großen Energiespeichern, Geothermiekraftwerken, weltraum-gestützten Solaranlagen und ähnlichem gehören wird.

ICT zwingend notwendig

ICT (Information and Communication Technology) ist zwingend notwendig für die intelligente, sekundengenaue und flächendeckende Steuerung von Schwarmstrom via Mobilfunk. Das Stromnetz, eng verwoben mit dem „Internet der Energie“ wird wie eine Art DNA-Doppelhelix das Rückgrat der intelligenten Energieversorgung werden. Diese Lebensader muss den hohen Anforderungen genügen, wie wir sie z.B. in der ICT-Welt unter dem Begriff „Carrier Grade“ kennen.

Carrier Grade meint zunächst einmal eine Verfügbarkeit von 99,999%, also höchstens 5 Minuten Ausfallzeit pro Jahr. Diese Eigenschaft muss durch das Netz als Ganzes sowie durch seine Einzelteile vorhanden sein, umfasst also alle Netzknoten und die Kommunikations-Protokolle zwischen diesen Knoten. Weitere Eigenschaften sind eine extreme Skalierbarkeit und sehr schnelle Reaktion auf Störungen: typischerweise in weniger als 50 Millisekunden. Schliesslich ergeben sich daraus nachhaltige Geschäftsmodelle für die Netzbetreiber und deren Kunden.

Viele neue Anwendungen entstehen gerade zum automatischen Management von Energie-Verbrauch und –Erzeugung, angefangen vom Haushalt bis zum Kraftwerk. Mobile Apps bilden die Benutzer-Schnittstelle.

Dezentralisierung der Energieproduktion führt zu einem dynamischen Energie-Markt. Strom wird via Energiebörsen und –banken in Echtzeit elektronisch gehandelt. Least Cost und Margin Optimisation Modelle werden sich entwickeln, die das dezentrale Erzeugen, Weiterleiten und Verbrauch von Energie in Schwung bringen. Dies sind Methoden, die sich in der ICT Welt seit anderthalb Jahrzehnten bewährt und die Marktliberalisierung des Telekommunikationsmarktes vorangetrieben haben.  Jeder Mitspieler, ob groß oder klein, international, national oder regional aktiv, bekam hiermit seine Chance seine jeweiligen Stärken zum Nutzen aller Kunden einzubringen

Links:

http://www.service-insiders.de/artikel-maschinen-und-anlagenbau/show/1003/Wie-Netzwerke-Politik-Wirtschaft-und-Energie-dezentralisieren

http://www.pressetext.com/de#news/20111015003

http://www.business-on.de/saarlorlux/social-media-digitale-revolution-jeremy-rifkin-_id12968.html

Bernd Stahl
Senior Systems Architect
Nash Technologies GmbH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Twitter us

Enter your email address to follow this blog and receive notifications of new posts by email.

Schließe dich 23 Followern an

Am Besten bewertet

Oktober 2011
M D M D F S S
    Nov »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Flickr Photos

Tokyo

Moke Lake

Lower Kentucky Falls (Mapleton, OR)

Mehr Fotos

RSS Technology Review Blogs

  • Zu einem ungeheueren Wochenende verwandelt Juni 23, 2017
    Neuestes aus dem Technology-Review-Labor für Nanopoesie und angewandte Anekdotik.
  • Niedrig hängende Früchte Juni 22, 2017
    Ob es um Elektroautos, öffentlichen Verkehr oder Erneuerbaren Energien geht – immer wieder taucht das „Aber-was-ist-mit“-Argument auf.
  • Mit Sicherheit Juni 21, 2017
    Apple ist besorgt, um die Sicherheit meiner Daten. Und verführt mich deshalb zu ziemlich unsicherem Verhalten.
  • Keine schöne neue Welt Juni 20, 2017
    Das Wissen über die Beschaffenheit der Gene erlaubt es künftig vielleicht einmal, Krankheiten zu besiegen. Vorerst aber sollte jeder Mensch Herr über seine eigenen Daten bleiben dürfen.
  • Am Ende war der Apfel Juni 19, 2017
    Bereits die zweite Graphic Novel, die mir zu Alan Turing auf den Tisch kommt. Was hat dieses neue Werk zu bieten?
  • Rollendes und Robotereskes Juni 16, 2017
    In seinen Netztagebuch über "Spiel und Kunst mit Mechanik" zeigt Falk Keuten: Die Welt ist weit mehr als nur eine Kugel.
  • Den Speicherplatz nicht wert Juni 15, 2017
    Alle reden von "intermodalem Verkehr", also einer durchgängigen Verbindung verschiedener Verkehrmittel. Dabei schaffen es die Verkehrsverbünde nicht einmal, Nah- und Fernverkehr auf der Schiene zu verzahnen.
  • Wo bleibt der Fortschritt? Juni 14, 2017
    Künstliche Intelligenz, Petaflop-Computer, hochauflösende Satelliten – und trotzdem noch immer keine zuverlässige Wettervorhersage. Was stimmt nicht, mit diesem technischen Fortschritt?
  • Was uns das Blut zu sagen hat Juni 13, 2017
    Von einem, der auszog, ein Buch über das Blut schreiben, und einen Band über die Errungenschaften der Genetik und ihren Stellenwert für unser Leben vorlegte.
  • Moderne Arche soll nicht schwimmen Juni 12, 2017
    Es wirkt wie eine Ironie der Geschichte: Ausgerechnet dem Saatgutspeicher auf Spitzbergen machen warme Temperaturen zu schaffen. Dabei soll der Inhalt doch gerade dann nützlich sein, wenn etwa Klimaveränderungen eintreten.

%d Bloggern gefällt das: